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Wie lässt sich das normalisierte EBITDA beim Unternehmenskauf bewerten?

Hohe Gewinne in der jüngsten Vergangenheit bedeuten nicht automatisch, dass ein Unternehmen nach der Übernahme dieselben Erträge erwirtschaften wird. Vorübergehende Einnahmen, aufgeschobene Ausgaben oder Geschäfte mit Gesellschaftern können das Bild der operativen Leistungsfähigkeit verzerren. Das normalisierte EBITDA hilft dabei, diese Einflüsse zu beurteilen und die Ertragskraft unter gewöhnlichen Geschäftsbedingungen einzuschätzen. Für Käufer sind die zugrunde liegenden Annahmen und Nachweise ebenso wichtig wie die Höhe der ausgewiesenen Kennzahl.

Eine fundierte Prüfung beginnt mit der Abstimmung der Ausgangszahl mit den Finanzunterlagen. Anschließend werden die Begründungen der Bereinigungen, mögliche Wiederholungen und die Kostenstruktur nach der Übernahme untersucht. Auch die Auswirkungen auf den Cashflow und die Unternehmensbewertung sollten gemeinsam betrachtet werden. Dadurch entsteht eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage, deren einzelne Bestandteile der Käufer hinterfragen und anhand konkreter Unterlagen überprüfen kann.

Was ist das normalisierte EBITDA und wie unterscheidet es sich vom ausgewiesenen EBITDA?

EBITDA bezeichnet das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf materielle sowie immaterielle Vermögenswerte. Das ausgewiesene Ergebnis wird anhand der Buchhaltungsdaten des jeweiligen Zeitraums ermittelt. Die Normalisierung untersucht, inwieweit dieser Betrag die gewöhnlichen Geschäftsbedingungen widerspiegelt. Eine unveränderliche Liste von Bereinigungen, die für jedes Unternehmen geeignet wäre, gibt es nicht. Für eine aussagekräftige und vergleichbare Berechnung müssen Geschäftsmodell, Transaktionsumfang und angewandte Bilanzierungsgrundsätze verstanden werden.

Eine einmalige Entschädigungszahlung, die in der Ausgangsberechnung enthalten ist, kann beispielsweise herausgerechnet werden, wenn sie voraussichtlich nicht wiederkehrt. Umgekehrt lässt sich ein nachweislich außergewöhnlicher Aufwand hinzurechnen. Dadurch wird der gesetzliche Jahresabschluss nicht verändert; vielmehr entsteht eine gesonderte Berechnung für die Beurteilung des Unternehmenskaufs. Eine transparente Überleitung zwischen ausgewiesenem und bereinigtem Ergebnis zeigt, bei welchen Positionen Käufer und Verkäufer übereinstimmen und wo unterschiedliche Einschätzungen bestehen.

Welche Bereinigungen werden bei der Ermittlung des normalisierten EBITDA vorgenommen?

Bei der Normalisierung werden betriebsfremde Einflüsse, nicht wiederkehrende Geschäftsvorfälle und Kosten untersucht, die keine marktüblichen Bedingungen widerspiegeln. EBITDA-Bereinigungen müssen sowohl außergewöhnliche Aufwendungen als auch vorübergehende ergebnissteigernde Effekte berücksichtigen. Für jede Position ist zunächst festzustellen, ob sie überhaupt in der Ausgangsberechnung enthalten ist. Wird ein bereits ausgeschlossener Ertrag oder Aufwand erneut bereinigt, wird derselbe Effekt doppelt berücksichtigt und das Ergebnis entsprechend verfälscht.

Erwartete zukünftige Einsparungen sind außerdem von bereits eingetretenen Kostenveränderungen zu unterscheiden. Synergien, die der Käufer durch seine eigene Organisation erzielen könnte, sollten getrennt vom bestehenden Geschäft des Zielunternehmens bewertet werden. Ebenso dürfen Beratungs- oder Restrukturierungsaufwendungen, die jedes Jahr aus unterschiedlichen Gründen entstehen, nicht automatisch als außergewöhnlich gelten. Entscheidend sind der wirtschaftliche Gehalt, die bisherige Häufigkeit und die Frage, ob diese Ausgaben für die Fortführung des Geschäftsbetriebs erforderlich sind.

Wie werden einmalige Erträge und Aufwendungen aus dem EBITDA herausgerechnet?

Dass eine Position nur im untersuchten Jahr auftritt, reicht als Nachweis ihrer Einmaligkeit nicht aus. Zu prüfen sind ihre Ursache, vergleichbare Vorgänge in früheren Perioden und die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung. Beispielsweise sollten Aufwendungen aus einem außergewöhnlichen Schadensfall gemeinsam mit den zugehörigen Versicherungsleistungen beurteilt werden. Wird lediglich der Aufwand hinzugerechnet, kann dies die Ertragskraft überzeichnen. Bereinigungen müssen auf tatsächlich im Ausgangswert enthaltene Beträge begrenzt bleiben; gewöhnliche Betriebskosten sind weiterhin zu berücksichtigen.

Wie werden Gesellschaftervergütungen und Geschäfte mit nahestehenden Parteien im EBITDA bereinigt?

Bei der Prüfung einer Gesellschaftervergütung ist zu berücksichtigen, welche Kosten nach der Übernahme für die Erfüllung der betreffenden Aufgaben anfallen. Das Ausscheiden eines Gesellschafters macht seine Managementfunktion nicht kostenlos. Ebenso können Geschäftsräume, die bisher von einer nahestehenden Partei unter Marktpreis vermietet wurden, nach der Transaktion höhere Kosten verursachen. Maßgeblich ist deshalb die Differenz zwischen dem bisherigen Betrag und belegbaren marktüblichen Konditionen. Die vollständige Herausrechnung der Vergütung oder Miete wäre ohne entsprechende Begründung nicht sachgerecht.

Welche Unterlagen belegen die vom Verkäufer vorgeschlagenen Ergebnisbereinigungen?

Die Berechnung des Verkäufers bildet einen Ausgangspunkt für die Prüfung, stellt jedoch keinen unabhängigen Nachweis dar. Zunächst sollte der ausgewiesene Betrag mit der Gewinn- und Verlustrechnung, der Summen- und Saldenliste sowie den Kontenbewegungen abgestimmt werden. Danach sind die einzelnen Anpassungen je nach Sachverhalt mit Rechnungen, Verträgen, Lohnabrechnungen, Zahlungsnachweisen oder anderen Geschäftsunterlagen abzugleichen. Diese müssen sowohl die Höhe des Betrags als auch seine zeitliche Zuordnung stützen und damit mögliche Klassifizierungs- oder Abgrenzungsfehler erkennbar machen.

Ein Beleg bestätigt, dass ein Aufwand entstanden ist, aber nicht, dass er künftig entfällt. Aussagen der Geschäftsleitung sollten deshalb mit früheren Buchungen und den bis zum Prüfungsstichtag verfügbaren Folgedaten verglichen werden. Für jede Anpassung sind Begründung, Rechenweg, Nachweise und Einschätzung des Käufers festzuhalten. Werden strittige oder noch nicht bestätigte Positionen getrennt ausgewiesen, können unsichere Beträge in den Verhandlungen nicht ohne Weiteres als gesicherte Erträge behandelt werden.

Woran lässt sich erkennen, ob das normalisierte EBITDA nachhaltig ist?

Die Nachhaltigkeit der Erträge hängt davon ab, unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen die nach den Bereinigungen verbleibende Leistung erzielt wird. Die Ergebnisse der letzten zwölf Monate sollten zusammen mit den Vorjahren und den monatlichen Geschäftszahlen untersucht werden. Kundenkonzentration, Vertragsverlängerungen, Absatzmengen, Preisänderungen und Bruttomargen sind dabei zentrale Faktoren. Bei der Beurteilung eines nachhaltigen EBITDA muss insbesondere zwischen dauerhaft steigender Nachfrage und vorübergehenden Preisvorteilen als Ursache des Wachstums unterschieden werden.

Auch eine vorübergehende Unterbesetzung, aufgeschobene Wartungsarbeiten oder reduzierte Marketingausgaben können die Rentabilität kurzfristig verbessern. Müssen diese Aufwendungen wieder anfallen, um das gegenwärtige Geschäftsniveau zu halten, darf die niedrigere Kostenbasis nicht einfach fortgeschrieben werden. Bei saisonalen Unternehmen kann außerdem die Hochrechnung weniger starker Monate auf ein ganzes Jahr irreführend sein. Ein Vergleich unterschiedlicher Umsatz- und Kostenszenarien zeigt, wie belastbar das angenommene Ertragsniveau bei veränderten Rahmenbedingungen tatsächlich ist.

Wie ist der Unterschied zwischen normalisiertem EBITDA und Cashflow zu beurteilen?

Das bereinigte operative Ergebnis entspricht nicht dem frei verfügbaren Zahlungsmittelüberschuss eines Unternehmens. Verkäufe auf Ziel, steigende Lagerbestände oder frühere Zahlungen an Lieferanten können den Finanzierungsbedarf erhöhen, obwohl sich die Rentabilität nicht verändert. Eine EBITDA-Analyse beim Unternehmenskauf sollte daher gemeinsam mit Forderungslaufzeiten, Bestandsbewegungen und Zahlungsbedingungen der Lieferanten betrachtet werden. Die Geschwindigkeit, mit der Erträge zu tatsächlichen Zahlungseingängen werden, beeinflusst den Finanzierungsbedarf nach der Übernahme.

Zusätzlich sind notwendige Investitionsausgaben, tatsächlich gezahlte Steuern und Zahlungen im Zusammenhang mit der Finanzierung gesondert zu untersuchen. Ein Betrieb mit hohem Maschinenbedarf kann trotz identischen Ergebnisses deutlich andere Zahlungsüberschüsse erzielen als ein Dienstleistungsunternehmen mit geringem Investitionsbedarf. Die Hinzurechnung eines Aufwands bei der Normalisierung beseitigt den zugehörigen Zahlungsmittelabfluss nicht. Eine separate Überleitung vom Ergebnis zum Cashflow unterstützt deshalb eine realistische Planung des Kaufbudgets und der anschließend benötigten Liquidität.

Wie beeinflusst das normalisierte EBITDA die Unternehmensbewertung und das Kaufangebot?

Eine Unternehmensbewertung anhand des normalisierten EBITDA kann auf der Anwendung eines geeigneten Multiplikators für den Gesamtunternehmenswert beruhen. Ein rein hypothetisches Beispiel verdeutlicht den Zusammenhang: Bei einem Ergebnis von 20 Millionen TRY und einem Multiplikator von fünf ergibt sich ein Unternehmenswert von 100 Millionen TRY. Sinkt das akzeptierte Ergebnis nach der Prüfung auf 18 Millionen TRY, beträgt der Wert bei gleichem Multiplikator nur noch 90 Millionen TRY. Das Beispiel veranschaulicht den Einfluss von Bereinigungen; der Multiplikator ist keine Marktempfehlung.

Bei der Auswahl eines geeigneten Multiplikators sind Wachstum, Kundenrisiken, Branchenmerkmale und die Fähigkeit zur Erwirtschaftung von Zahlungsüberschüssen zu berücksichtigen. Der Gesamtunternehmenswert entspricht zudem nicht unmittelbar dem Kaufpreis für die Anteile. Die Nettoverschuldung einschließlich der Behandlung liquider Mittel, schuldenähnliche Positionen und vereinbarte Anpassungen des operativen Nettoumlaufvermögens sind nach den Transaktionsbedingungen gesondert zu erfassen, ohne Beträge doppelt anzusetzen. Alternative Berechnungen für umstrittene Ergebnisbestandteile helfen dem Käufer, eine nachvollziehbare Angebotsspanne zu bestimmen.

Wie lässt sich eine EBITDA-Prüfung vor dem Unternehmenskauf mit STB CPA Turkey planen?

Bei der Planung einer Prüfung mit STB CPA Turkey lassen sich die Anforderungen anhand des Geschäftsmodells des Zielunternehmens, des Transaktionsumfangs und der verfügbaren Finanzdaten konkretisieren. Zu Beginn sollte festgelegt werden, welche Zeiträume verglichen werden, wie das ausgewiesene Ergebnis berechnet wurde und welche Anpassungen der Verkäufer vorschlägt. Ein frühzeitig definierter Prüfungsumfang hilft, die Untersuchung auf entscheidungsrelevante Sachverhalte auszurichten und die erforderlichen Unterlagen geordnet zusammenzustellen.

Sirkülerimiz, TÜRMOB’dan alınmıştır. Detaylı bilgi için sirkuler@stb-cpaturkey.com adresinden bizlere ulaşabilirsiniz. 

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